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Basiswissen zu den Zinsen von Immobilienkrediten

Da der Immobilienkredit die mit Abstand größte und langfristigste Finanzierung darstellt, die ein privater Verbraucher im Laufe seines Lebens aufnimmt, entscheiden die dafür zu zahlenden Zinsen in erheblichem Umfang darüber, ob und bis zu welchem Volumen sich der Traum von einer eigenen Wohnimmobilie verwirklichen lässt. Auch wenn es möglich ist, eine Immobilienfinanzierung zu einem variablen oder nur für wenige Jahre gesichertem Zinssatz aufzunehmen, handelt es sich um in der Regel langfristig festgeschriebene Zinsen, die dem Kreditnehmer eine langfristige Kalkulationssicherheit geben. Während in der Vergangenheit Zinsfestschreibungen bis zu zehn Jahren üblich waren, werden seit einigen Jahren auch noch längerfristige Zinsbindungen von bis zu dreißig Jahren angeboten.

Die Refinanzierung der Immobiliendarlehen erfolgt zu einem hohen Anteil durch laufzeitkongruente Inhaberschuldverschreibungen oder Pfandbriefe, da auch der Kreditgeber das Zinsänderungsrisiko begrenzen muss. Somit orientiert sich der für eine Immobilienfinanzierung zu zahlende Zinssatz an den Zinsen, die am Kapitalmarkt für langfristige Anleihen erzielbar sind. Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise waren die Zinsen auf ein historisches, seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr gesehenes Tief gesunken, da viele Anleger ihr Vermögen von den spekulativen Aktien in die für sicher erachteten, aber weniger rentierlichen Anleihen umgeschichtet hatten. Seit mit dem Ausbruch der europäischen Schuldenkrise im Herbst 2010 das Vertrauen in die Sicherheit dieser Papiere und in die Stabilität der Währung gefallen sind, haben die Immobilienzinsen ihre Entwicklung nach oben begonnen, die - von kleinen Seit- und Abwärtsbewegungen abgesehen- bis heute ungebrochen ist.